
Laufsport & Höhentraining
Trailrunning in Davos
Die höchstgelegene Stadt der Alpen ist ein Laufrevier, wie es die Schweiz kein zweites Mal hat: dünne Höhenluft, sechs ausgeschilderte Grat-Routen und ein Ultra mit Weltruf. Hier findest du die passende Strecke – vom flachen Seerundweg bis zum 68-Kilometer-Monster.
Wer in Davos läuft, trainiert automatisch mit. Auf gut 1.560 Metern ist die Luft dünner, das Herz arbeitet härter, und genau deshalb kommen hier seit Jahrzehnten Ausdauersportler zum Höhentraining her. Du musst kein Profi sein, um davon zu profitieren – ein paar Tage Akklimatisation, gute Schuhe und einer der Panoramawege genügen.
Warum Davos ein Trailrunning-Mekka ist
Davos ist offizielles Trainingszentrum von Swiss Olympic – nationale Kader für Ski, Langlauf und Ausdauersport bereiten sich hier vor. Der Grund ist die Höhe: Der Bereich zwischen rund 1.500 und 2.200 Metern gilt als ideales Höhentrainingsfenster, weil der Sauerstoffmangel den Körper zu mehr roten Blutkörperchen und besserer Herz-Lungen-Leistung zwingt. Als Faustregel gelten zwei bis vier Tage Eingewöhnung, bevor du hart läufst.
Praktisch heißt das: langsam anfangen. Wer direkt aus dem Flachland kommt und am ersten Tag einen Gratlauf plant, merkt schnell, dass die gewohnte Pace nicht mehr passt. Für Leistungsorientierte gibt es sogar die Davoser Meile, eine feste Teststrecke, auf der du deine Ausdauerleistung direkt im Training messen lassen kannst.
Davos X-Trails – der Lauf mit Geschichte
Einmal im Jahr, Ende Juli, verwandelt sich das Tal in ein Läuferdorf. Die Davos X-Trails sind in wenigen Jahren zur größten Laufveranstaltung Graubündens gewachsen – 2026 am 24. und 25. Juli. Von der Familienrunde bis zur Königsdistanz ist alles dabei:
- Diamond
- 68 km · 2.644 hm – die Königsstrecke durchs Dischmatal zum Scaletta- und Sertigpass
- Gold
- 42,7 km · 1.424 hm – der Marathon unter den Distanzen
- Silver
- 23,6 km · rund 630 hm – der beliebte Einstieg in die lange Distanz
- Bronze
- 9,3 km · 163 hm – schnell, flach, für alle
- 1K Vertical
- rund 1.000 hm am Stück aufs Jakobshorn – Freitagabend, nur bergauf
Das Erbe reicht weiter zurück: Der Vorgänger, der Swissalpine Marathon, wurde 1986 von Andrea Tuffli gegründet. Dessen Königsdisziplin K78 (78,5 Kilometer) galt lange als größter Ultra-Berglauf der Welt. Wenn du also über die Davoser Trails läufst, läufst du auf legendärem Boden.
Sechs Grat-Routen für jedes Level
Davos Klosters hat sechs Trailrunning-Routen offiziell ausgeschildert und vermessen – die „Ridges“. Die Höhenmeter sind kein Spaß, aber jede Strecke hat ihren eigenen Charakter. Für die genauen Streckenverläufe und GPX-Daten lohnt der Blick auf davos.ch; hier die ehrliche Einordnung:
Rinerhorn
Kurz, aber intensiv – nichts für schwache Waden. Ein steiler Gratanstieg als guter erster Kontakt mit dem Format.
Gotschna
Wenig Distanz, viel Höhe: ein spektakulärer Höhenweg auf dem Gotschnagrat über Klosters mit Blick auf Seen und Gipfel.
Madrisa
Wildromantische Hochgebirgsstimmung über Klosters – felsige Höhen, mehrere Grate, großes Panorama.
Jakobshorn
Aussichtsreicher Gratlauf mit Tiefblick ins Dischma- und Sertigtal. Teils technisch – Trittsicherheit vorausgesetzt.
Schatzalp–Chörbschhorn
Start bequem per Standseilbahn auf der Schatzalp, dann abwechslungsreich mit knackigen Anstiegen und Einkehr unterwegs.
Pischa
Der einsame, fordernde Klassiker übers Pischahorn. Lange, ausgesetzt, hochalpin – nur für erfahrene Läufer.
Berg hoch, Bahn runter (oder umgekehrt). Die Bergbahnen sind dein bester Trainingspartner: Die Jakobshorn-Gondel bringt dich bis auf 2.600 Meter – ideal, um oben einen Gratlauf zu starten und den Uphill zu sparen, oder umgekehrt bergauf zu laufen und bequem herunterzufahren. Die Sommer-Fahrpläne findest du bei den Bergbahnen.
Beste Saison & Ausrüstung
Kernzeit ist der Sommer von etwa Ende Juni bis Anfang Oktober. Viele schwören auf den Herbst – kühler, stabiler, mit goldenen Lärchen. Talnahe Wege sind früher frei; hochalpine Pässe wie am Scaletta-, Sertig- oder Pischahorn tragen je nach Jahr bis in den Frühsommer Altschneefelder. Und Davos denkt weiter: Es gibt sogar ausgewiesenes Winter-Trailrunning auf Schnee.
Was mit muss: griffige Trailschuhe, eine wetterfeste Jacke (das Hochgebirge wechselt die Laune schnell), Handy, Energieriegel und genug Wasser. Auf den einsamen Touren – Pischa, Dischma-, Sertigpass – gibt es keine Brunnen: Selbstversorgung ist Pflicht. Auf Höhe kommen Sonnen- und Windschutz dazu.
Schuh-Frage: Auf den Grat-Trails brauchst du Profil, Halt und Zehenschutz – Straßenlaufschuhe sind hier fehl am Platz. Im Zweifel eine halbe Nummer größer für die langen Abstiege.
Trailschuhe →WerbungPackliste →Streckenzahlen nach den offiziellen „Davos Klosters Ridges“ (davos.ch). Termine und Distanzen der Davos X-Trails Stand Saison 2026 – vor der Anreise am Veranstalter-Fahrplan gegenprüfen, da sich Daten jährlich ändern.